Berichte über Facebook

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Anstupsen

 

Ein kläglicher Versuch, nicht vergessen zu werden?

 

 

Das Anstupsen, eine verzwickte Sache, so kann man es sehen. Da startet man die Seite, erhofft sich irgendwelche monumentalen Veränderungen zu sehen, und bemerkt jedoch fast als erstes, diese Rubrik „Anstupser“ in der rechten Leiste. Egal wie spät es ist, was für ein Tag es ist, oder gar wo man sich befindet, immer mal wieder kann man darauf vertrauen, das man „gestupst“ wurde. Von Personen, die man lustigerweise, gar nicht kennt, auch gar nicht kennen lernen will, oder sogar von solchen, die man versucht zu ignorieren. Doch was ist dieses „Stupsen“ eigentlich? Wie kann man diesen simulierten Hilfeschrei von Facebook in das reale Leben projizieren? Fangen wir einmal, „Stupsen“, darunter verstehe ich, das Anschleichen einer Person zu einer anderen Person, den Arm, inklusive Hand und vorzugsweise den Zeigefinger, herausgestreckt, sich in leicht gebückter Haltung zu nähern, und mit dem genannten Finger, entweder gegen die Schulter, oder aber das Schulterblatt der anderen Person zu „Stupsen“. Selbstverständlich sind hier keine Grenzen für das „Stupsen“ gesetzt, dies galt nur als eine der vielen Varianten. Natürlich kann man „Stupsen“ auch als „Bodyslam“ interpretieren, doch würde dies wohl zu keinem so großen Erfolg führen, und wenn doch, dann zu keinem sehr positiven. Denn wer möchte sich auf die Person, aus zwei Metern, herabfallen lassen, um diese umzunieten, und das Gleiche so schnell es geht selbst miterleben? Das klingt für mich doch etwas zu masochistisch und findet bei anderen Gruppen, denke ich, mehr Anhänger. Daher bin ich für die oben genannte Variante des „Stupsen“'s, wobei wir die Definition hätten. Nun folgt der Grund. Welchen Grund soll dieses „Stupsen“ haben? Man stelle sich einmal vor, es würde tatsächlich so in der freien Natur vorkommen. Ein, mehr oder weniger guter Freund, oder gar ein vergessener Freund, nähert sich an, um zu „Stupsen“ und sofort wieder zu verschwinden. Man weiß wer es war, doch mit keinem Wort wurde es begleitet. Ist dieses „Stupsen“ also tatsächlich nur ein Hilfeschrei? Oder eine Art Meldung: „Ja! Ich bin hier! Aber Reden/Schreiben will ich mit dir nicht!“ ? So würde ich es mir erklären. Das kommt mir doch nur zu Gute, bin ich doch auch kein Freund der großen Worte, wenn es um zwischenmenschliches geht. Andererseits, könnte man sich bei dem „Stupsen“ auch eine erweiterte Konversation vorstellen. Immerhin gibt es dennoch solche Fälle, wo dennoch mit der Person geschrieben wird und nebenbei ein exzessives Anstupsen, das Leben bereichert. Vielleicht dient eben dieses, als Konversation der anderen Art, um etwas zu bestärken. Ein Beispiel. „Schönes Wetter, nicht?“ „Ja! Finde ich auch“ (Ein Anstupser, und darauf folgt ebenfalls Anstupsen)

Jedoch wird dabei ein Problem offensichtlich, man kann, wie sollte es auch anders sein, eine Person immer nur einmal Anstupsen, wenn man sofort zum wiederholten Mal zum Stupsen Anlauf nehmen möchte, so muss man doch erst einmal warten, bis eine Antwort auf das Stupsen kam. Wobei des Zurückstupsen, wohl die freundlichste Variante dabei ist, da ein „Ausblenden“ der jeweils anderen Person, nicht sagen kann, ob es wieder Zeit und nicht an Platz mangelt, für ein neues Stupsen. So wird also klar, das das alleinige „Stupsen“ als Code, wie zum Beispiel das Morsen, nicht ersetzen kann. Was mich allerdings zu einem anderen Gebiet führt, die Nachricht, die man erhält, wenn man, so freundlich sein will und diese fremden Personen dennoch Zurückstupsen möchte, spricht nicht wirklich dafür, das das „Stupsen“ eine aufgezeichnete Idee ist. Eher sagt diese einem: „Sicher das sie Stupsen wollen? Schreiben wäre besser, man könnte unwichtige Infos und langes Schweigen erleben!“ jedenfalls gibt mir diese Nachricht genau dieses Gefühl mit, auf den Weg des „Stupsens“.

Den wer möchte denn, „Im Begriff sein, jene Person anzustupsen.“ und das „Die jeweilige Person eine Nachricht darüber bekommt“, klingt nicht sehr einladend. Und dennoch, tun es fast alle, man möchte doch nicht vergessen werden, bei seiner Reis durch die Welt des Internets. Und nun muss ich auf Facebook, ich bekomme da im Minutentakt, „Stupser“.


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